2
Mai
2017
2

Eine wichtige Entscheidung – standesamtlich, kirchlich oder frei heiraten?

Das Ja-Wort, der Ringtausch und der Kuss – das Herzstück einer jeden Hochzeit. In welchem Rahmen soll die Hochzeit aber stattfinden?

Die Wünsche zur Trauung sind so individuell wie die Menschen, die eine Ehe miteinander eingehen. Manchen Paaren reicht der Gang zum Standesamt, viele bevorzugen jedoch eine feierlichere oder individuellere Art und Weise, den Bund fürs Leben zu schließen. Hier bleibt die Wahl zwischen der kirchlichen und der freien Trauung. Dabei gibt es gewisse Unterschiede, die es zu berücksichtigen gilt.

Mit Gottes Segen

Für viele Paare ist die kirchliche Trauung sehr wichtig. Sie möchten ihre Ehe nicht nur vor dem Staat, sondern auch vor Gott schließen und sie damit in ihrem Glauben unter die höchste Schirmherrschaft stellen. Für Paare mit derselben Glaubensrichtung und dem Wunsch nach einer kirchlichen Trauung ist die Entscheidung, wo die Trauung stattfinden soll, denkbar einfach.

Minimal schwieriger gestaltet es sich bei verschiedenen Konfessionen. Die christlichen Kirchen bieten hierzu die Möglichkeit einer „ökumenischen“ Trauung: Die Trauung kann gemeinsam mit einem Geistlichen der katholischen und evangelischen Kirche gefeiert werden. Gestaltung und Ablauf richten sich nach der Konfession, die als federführend gewählt wird. Wenn das Paar evangelisch heiraten möchte, benötigt der katholische Ehepartner eine sogenannte Freistellung von der kirchenrechtlichen Eheschließungsform (Dispens), damit die Trauung von der katholischen Kirche anerkannt wird.

DSC_6325-Bearbeitet-2

Romantisch und emotional – auch abseits der Kirche

Die kirchliche Hochzeit ist traditionell eine sehr persönliche und emotionale Angelegenheit. Die standesamtliche Trauung hingegen lässt meist wenig Platz für Romantik und Individualität. Je nach Standesamt können persönliche Aspekte wie die Wahl des Trauspruches oder Musik eingebracht werden. Im Grunde handelt es sich dabei aber um einen standardisierten Rechtsakt, bei dem es wenig Freiraum zur individuellen Gestaltung gibt. Eine kirchliche Trauung kommt jedoch nicht für jedes Paar infrage. Entweder kann das Paar nicht kirchlich heiraten – zum Beispiel ist für gleichgeschlechtliche oder geschiedene Paare eine katholische Hochzeit nicht möglich –, oder das Paar möchte gar keine kirchliche Trauung.

Möglicherweise sind die Eheleute bereits aus der Kirche ausgetreten oder haben nie einer bestimmten Konfession angehört. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man auf eine individuelle und romantische Trauung verzichten muss. Mit einer sogenannten freien Trauung kann das Brautpaar seine Hochzeit genau in der Art und Weise gestalten, wie es dies wünscht. Durchgeführt wird die Trauung von einem freien Theologen oder Trauredner, der die Zeremonie im Vorfeld mit dem Paar bespricht und plant. Ob religiös oder weltlich, in der freien Natur oder im Stammlokal – die Entscheidung liegt einzig und allein bei den zukünftigen Eheleuten.

Wallfahrtskirche-Birnau_article_large

Ohne geht’s nicht

Bei der ganzen Auswahl darf man eines aber nicht vergessen: Für Paare, die eine rechtlich gültige Ehe eingehen möchten, ist die standesamtliche Trauung Pflicht. Seit Januar 2009 ist eine kirchliche Trauung rechtlich gesehen zwar auch ohne vorher geschlossene Zivilehe möglich, aber sowohl die katholische als auch die evangelisch-reformierte Kirche haben sich darauf verständigt, eine kirchliche Trauung weiterhin an eine rechtsgültige Eheschließung beim Standesamt zu binden.

Die evangelische Trauung ist keine Eheschließung, sondern ein „Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung“. Nach Martin Luther ist die Ehe ein „weltlich Ding“ und gehört zur guten Ordnung, die Gott nicht in die Hand der Kirche, sondern der „weltlichen Obrigkeit“ gelegt hat. Anders ist es in der katholischen Kirche: Bei der Ehe handelt es sich hier um ein Sakrament, ein „heiliges Zeichen“.

Fotos: www.tsart.de

You may also like

Paar aus „Bauer sucht Frau“ traut sich

Leave a Reply