7
Feb
2020
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Liebe am Valentinstag …

Frühlingsgefühle mitten im Winter? Wenn plötzlich überall Blumen und Schokoladenherzen sind, die Farbe Rot dominiert und in den Läden romantische Songs unsere Kauflust ankurbeln wollen, dann steht der Valentinstag an. Was hat es mit dem Tag, an dem die meisten Liebesschwüre ausgesprochen werden, auf sich? Wir haben ein paar Fakten und Zahlen zusammengetragen.

Love Letters

Was lange Tradition hatte, ist inzwischen eher eine Rarität: Von Hand geschriebene, romantische Liebesbriefe oder Postkarten landen am 14. Februar immer seltener im Briefkasten, auch wenn die Post versucht, das Geschäft mit der Liebes-Briefmarke mit Herz anzukurbeln. Stattdessen werden Liebesgrüße heute immer mehr mit elektronischen Grußkarten verschickt. Auf dem Markt sind verschiedenste Apps für den virtuellen Liebesbeweis mit Herzen, Amor, Pfeilen und Liebessprüchen, die man per Facebook, SMS oder Whatsapp teilen kann. Beliebt sind am Valentinstag auch Flirt-Apps oder Apps für den Liebescheck, um zu prüfen, ob man als Paar zusammenpasst.

Love sells

Etwa 50 Prozent der Deutschen beschenken ihre Partner und geben dafür jeweils durchschnittlich 50 Euro aus. Deutlich mehr, nämlich zwei Drittel der Österreicher schenken am Valentinstag, die Vorarlberger sind mit 88 Euro am spendabelsten. Die meisten Einkäufe für den Tag der Verliebten werden in Deutschland am 11. Februar getätigt. Unsere Nachbarn in der Schweiz neigen zum Romantic Rush und stürmen oft erst am 13. Februar die Geschäfte. Sie kaufen dann übrigens häufig Dessous, deutlich mehr als die anderen Bodenseeanrainer. Süßigkeiten hingegen, wie Pralinen oder Schokolade, der eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird, werden von allen gerne verschenkt. Obwohl der Pralinenumsatz im vergangenen Jahr zurückging, stehen sie weiter auf Platz 2 der beliebtesten Liebesgaben – bevorzugt in einer herzförmigen Schachtel. Zu den oft gekauften Valentinsgeschenken gehören außerdem Parfum, Schmuck aber auch Kleidung, Accessoires oder Elektrogeräte.

Ganz oben auf der Einkaufsliste stehen Blumen – allen voran Rosen. Zum Valentinstag steigt der Umsatz bei vielen Floristen angeblich um mehr als das Doppelte oder gar Dreifache im Vergleich zu einem ‚normalen‘ Tag. Laut dem Statistischen Bundesamt sind Schnittblumen im Februar rund 8 Prozent teurer als im Jahresdurchschnitt. Manch einer munkelt deshalb, der Valentinstag sei eine Erfindung der Blumenhändler. Tatsächlich aber geht der Tag auf den Bischof Valentin von Terni zurück. Der hat auch Blumen aus seinem Garten an Paare verschenkt, zum Verhängnis wurde ihm aber, dass er gegen den Willen des Kaisers Verliebte nach christlicher Tradition getraut haben soll. Dafür wurde der Märtyrer am 14.02.269 hingerichtet und 200 Jahre später wurde dieser Termin zum Gedenktag des heiligen Valentinus. Nach Europa und speziell in das Bewusstsein der Deutschen kam der Tag erst durch amerikanische Besatzungssoldaten nach dem 2. Weltkrieg.

Love is in the air

Umfragen zufolge wünschen sich die meisten Verliebten am Valentinstag „Zeit zu zweit“ am Allerliebsten auf gemeinsamen Reisen. Betrachtet man Kreditkartenabrechnungen werden diese Wünsche auch vermehrt erfüllt. Laut dem „Mastercard Love Index 2019“ geht ein klarer Trend hin zu gemeinsamen Erlebnissen. Die Karten-Transaktionen zeigen, dass die Liebsten immer häufiger mit Restaurantbesuchen und romantischen Kurztrips überrascht werden. Belegt ist zudem, dass Geschenke bisher noch mehrheitlich persönlich im Laden gekauft werden. Aber Online-Shopping ist auf dem Vormarsch! Angeblich landete in den Vorjahren im Februar etwa alle acht Sekunden ein Parfum im digitalen Warenkorb, alle drei Minuten ein Ring, alle vier Minuten Champagner oder Sekt. Etwas überraschend in diesem Zusammenhang, dass zeitgleich alle zwölf Minuten ein Schwangerschaftstest geklickt wurde und eine Woche vor dem Valentinstag angeblich der Kondomumsatz anstieg.

All you need is Love

… so singen vermutlich die Geschenkeverweigerer – also Paare, die sich Präsente am Valentinstag komplett sparen. Die Hälfte der Deutschen klinkt sich am Valentinstag aus und verzichten auf materielle Aufmerksamkeiten, nur weil es das Datum vorgibt. Romantik geht auch ohne Konsum. So wird statistisch gesehen deutlich mehr geküsst am Tag der Liebenden.

An vergangenen Valentinstagen wurden beim Küssen sogar Rekorde aufgestellt, was dann aber vermutlich wenig mit Romantik zu tun hatte. Den längsten Kuss der Welt gaben sich zwei Verliebte 2013 in Thailand. Ohne Unterbrechung dauerte dieser Kuss unglaubliche 58 Stunden, 35 Minuten und 58 Sekunden – Weltrekord! Die meisten Küsse eines Paares in einer Minute, nämlich 258 wurden 2012 in Kalifornien gezählt. Besonders kurios: 39.879 Menschen versammelten sich 2009 in Mexico City am 14. Februar auf einem Platz und küssten sich gleichzeitig – auch das ein Rekord!

With or without Love

Die einen tragen ihre Liebe nach außen und wollen allen zeigen, wie glücklich sie sind. Rund um den Bodensee werden vor allem am Valentinstag an Brückengeländern Liebesschlösser mit Namen oder gar Bildern von Liebespaaren angebracht und die Schlüssel anschließend im Wasser versenkt. Damit soll die immerwährende Dauer und Treue der Liebe besiegelt werden.

Die anderen empfinden das erhöhte Aufkommen von Herzchen, Kitsch und Liebesbekundungen an jeder Ecke als nervig. 40 Prozent der Deutschen hassen den Valentinstag geradezu. 14 Prozent verbringen den Valentinstag lieber mit ihrem Haustier als mit dem Partner. So überrascht es nicht, dass auch Hunde und Katzen beschenkt werden und es hierfür extra Valentinsangebote in den Tierhandlungen gibt.

20 Prozent der Deutschen geben an, sich am 14. Februar besonders einsam zu fühlen. Manch einer macht sich an diesem Tag auf die Suche nach seinem zukünftigen Herzblatt, z.B. auf lonely hearts-Veranstaltungen, mitunter aber auch im Netz. So freuen sich Online-Dating-Plattformen am Valentinstag über 20 Prozent mehr Registrierungen.

Endless Love

Wir sind offensichtlich ein Volk der Romantiker, drei Viertel glauben an die Liebe des Lebens. Ein nicht zu toppender Liebesbeweis am Valentinstag ist der Heiratsantrag! Statistisch gesehen, werden Heiratsanträge am Tag der Liebenden besonders häufig gemacht.

Viele Paare nutzen den Termin schließlich, um ihre Liebe offiziell zu besiegeln und heiraten am 14. Februar. Winterhochzeiten sind ohnehin angesagt. Wer den Schritt vor den Traualtar wagt, findet hier in unserem Blog alles rund um‘s Thema Heiraten und für die Hochzeitsplanung.

 

Quellen: Statista, mindTake Research, Nielsen Holdings, idealo, Marktforschungsinstitut Ipsos

Text: Stefanie Göttlich

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