Früher galt es als verwegen, wenn ein Brautpaar durchgebrannt ist, um irgendwo auf dieser Welt ganz allein zu heiraten, ohne jemanden vorab zu informieren oder einzuladen. Heute lässt Corona viele Paare hinsichtlich ihrer Festplanung verzweifeln und hat so ebenfalls, wenn auch oft gezwungener Maßen viele intime Hochzeiten ohne Gäste hervorgebracht. Das Virus hat den Trend der Elopement-Weddings befeuert, bei dem Liebende dem großen Hochzeitsrummel entfliehen.

Weil wegen der Kontaktverbote unbeschwertes Feiern nicht möglich ist, entscheiden viele Brautleute, ihre Liebe zueinander komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu besiegeln. Sie erleben den Moment an einem romantischen Ort nur zu zweit. Ohne Stress und Planungswahnsinn konzentrieren sie sich auf sich und ihre Bedürfnisse und starten in Zweisamkeit ins Eheleben. Denn geheiratet wird trotzdem, wie die Standesämter rund um den See bestätigen, nur wenige Paare haben ihren Termin für die Trauung abgesagt. Wer nicht allein vor den Altar treten wollte, hat sich im klein(st)en Familienkreis das Ja-Wort gegeben und die Glückwünsche von engen Freunden höchstens auf Abstand im Freien entgegengenommen.

Die groß geplanten Feierlichkeiten, die wegen der Pandemie abgesagt werden mussten, wurden vielfach verschoben. Wenn all diese Feste demnächst wieder stattfinden können, wird 2021 ein kunterbuntes, riesengroßes Hochzeitsjahr. Die Auftragsbücher der Dienstleister sind voll, viele Locations ausgebucht. Paare, Familien, Freunde und mit ihnen die ganze Hochzeitsbranche hoffen darauf, doch noch nach Lust und Laune, vor allem aber miteinander nachfeiern zu können.

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