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Jun
2018
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Die Brautkleid-Reportage

Die Traumzeit Brautkleidreportage

Der Hochzeitstag ist ein einmaliges und besonderes Erlebnis – es soll der schönste Tag im Leben werden. Klar, dass man sich hierfür nicht für irgendein Outfit entscheidet, sondern etwas ganz Besonderes wählt. Es ist der Tag, an dem man sich so richtig in Schale werfen kann und sich fühlen darf wie eine Prinzessin. Und wer nicht glaubt, dass ein Brautkleid einem dieses Gefühl vermitteln kann, hatte bisher nur noch keines an. Eingehüllt in Tüll, Spitze oder Seide, mit Korsage oder einer langen Schleppe – Hochzeitskleider sind der absolute Mädchentraum.

Das zumindest hatten mir bisher nicht nur zahlreiche Bräute in ihren Traumpaarstories erzählt, sondern auch meine Kollegin Damaris, die bereits vor einigen Jahren in einem Traum in Weiß geheiratet hat. Allerdings hatte sie sich damals direkt in ein bestimmtes Kleid verliebt, dieses im Internet bestellt – und kam so zwar zu ihrem persönlichen Prinzessinnentraum, hatte aber nie das besondere Erlebnis, verschiedene Kleider in einem Brautmodengeschäft zu probieren. So entstand die Idee, die Brautmodentrends für 2017/2018 einmal ganz persönlich zu präsentieren und selbst verschiedene Geschäfte zu besuchen, um ihr dieses Erlebnis zu gönnen und mich von der magischen Kraft des Brautkleides zu überzeugen.

Da Geschmäcker aber bekanntlich verschieden sind und jede Braut ihren individuellen Stil hat, beschlossen wir, nicht nur die beiden klassischen Brautmodengeschäfte Brautkleider & Designermode in Überlingen und Naudé & Secci in Konstanz zu besuchen, sondern haben auch Braut-Dirndl bei Engl-Mode in Tettnang anprobiert und waren beim Brautkleidbasar in Ravensburg, um in Secondhand-Kleider zu schlüpfen.

Brautkleider & Designermoden in Überlingen

Beginnen wir unsere Reise durch die Welt des Tülls bei Brautkleider & Designermoden in Überlingen.

Für die Brautmode wurde hier ein extra Raum geschaffen, in dem sich zukünftige Bräute ganz in Ruhe den vielen tollen Kleidern widmen können. Als gelernte Schneiderin kennt sich Nikola Fischer bestens mit den verschiedenen Schnitten und Kleidern aus und kann Bräute von Kopf bis Fuß beraten und sogar Jäckchen oder Boleros nach Maß anfertigen. Als wir den Raum betreten, hängen schon verschiedene Kleider der Marken Ladybird und Emmerling an der Wand – teilweise mit viel weißer Spitze, romantisch verspielt, mit tollen Rückenausschnitten, manche mit Ärmeln und ein Kleid komplett aus Seide – den aktuellen Trends entsprechend. Damaris entscheidet sich für ein fließendes Empire-Stil-Kleid, ganz im Sinne des Natürlichkeit-Trends, der 2018 hoch im Kurs steht und hervorragend an meiner Kollegin aussieht.

Ich darf in ein Meerjungfrauenkleid ganz aus Spitze schlüpfen. Schnell zeigt sich Nikola Fischers Fingerfertigkeit, wenn sie im Handumdrehen die Kleider so absteckt, dass sie für uns perfekt passend sitzen. Das eng geschnittene Meerjungfrauenkleid zaubert mir optisch schön ein paar Zentimeter mehr und bietet einen besonderen Clou: Mit einer Tüll-Schleppe, die ganz einfach auf der Taille befestigt werden kann, verwandelt sich das Kleid in einen schwingenden Tüll-Traum, der das gewisse Etwas für die Trauung bietet, sich aber später für die Feier ganz leicht in ein elegantes Cocktailkleid umwandeln lässt.

Als besonderes Highlight hat Nikola Fischer eine Stylistin eingeladen: Sarah Blum von Frisurenzauber Bodensee, die mir eine Frisur passend zum Kleid zaubert. Ein Service, den jede zukünftige Braut hier gerne in Anspruch nehmen kann, um sich so gleich bei der Anprobe tatsächlich wie eine Prinzessin fühlen zu können.

Engl-Mode in Tettnang

Bei Engl-Mode in Tettnang fallen uns zunächst die riesige Auswahl an festlicher Kleidung für den Bräutigam und die vielen tollen Dirndl auf, sowie das herzliche Lächeln von Inhaberin Susanne Engl.

Schnell hat sie für jeden von uns ein perfektes Outfit zusammengestellt, bestehend aus Dirndlkleid, -bluse und -BH, einem Unterrock, passender Kette und Schuhen. Hier können sich Damen und Herren von Kopf bis Fuß einkleiden lassen. Damaris schlüpft in ein buntes Traumkleid aus schimmerndem Brokatstoff, das Susanne Engl für das Standesamt empfiehlt, und ich darf ein klassisches weißes Brautdirndl probieren. Auch wenn man meinen könnte, dass sich ein Dirndl für die Trauung vielleicht nicht festlich genug anfühlt – muss man ein solches Kleid erst einmal probieren – denn ein Dirndl sieht wirklich an jeder Braut schön aus und gibt einer Frau immer ein tolles Gefühl. Auch die Hochzeitsgäste werden hier schnell fündig, damit eine wunderschön harmonierende Hochzeitsgesellschaft komplett in Tracht entstehen kann. Mit Rat und Tat steht uns Susanne Engl zur Seite, denn bis das Dirndl perfekt sitzt, bedarf es schon des einen oder anderen Handgriffs – und auch beim Binden der Schleife muss man bekanntlich aufpassen. Susanne Engl rät, das Standesamt oder die Kirche mit der Schlaufe auf der linken Seite – also noch ledig – zu betreten und nach der Vermählung die Schürze dann auf der rechten Seite zu binden. Das sorgt nicht nur für einen Lacher bei den Gästen, sondern verdeutlicht nochmal den Übergang ins Verheiratetsein. Möchte man das Dirndl noch persönlicher gestalten, können auf das Band der Schürze auch die Namen des Brautpaares gestickt werden oder ein Motiv, das im Dirndl der Braut zu sehen ist, sich auch auf der Fliege des Bräutigam wiederfinden.

Brautkleidbasar in Ravensburg

Brautkleidbasar in Ravensburg bietet einen einzigartigen Service in der Bodenseeregion.

Natürlich kann man sich ein gebrauchtes Hochzeitskleid über eine Zeitungsannonce oder über ebay kaufen, aber nur hier in der Turmstadt hat man die Möglichkeit, verschiedene Secondhand-Kleider an Ort und Stelle anzuprobieren. Nachdem Simone Schmidt erfolgreich einmal im Jahr einen Brautkleidbasar organisiert hatte, wurde ihr schnell klar, dass das Konzept der Secondhand-Brautmode gut ankommt. Daraus hat sie einen Onlineshop entwickelt, in dem man sich verschiedene Kleider anschauen kann, die Bräute aus der Region verkaufen möchten, um diese dann in Ravensburg im Laden probieren zu können. Aber auch ohne Online-Vorauswahl kann man zu einem Termin in den Laden kommen, denn einige Kleider sind dort immer vorrätig. Über einen roten Teppich gelangt man in den gemütlichen Anproberaum, der bis unter die Decke mit Kleidern gefüllt ist, ein absoluter Traum! Als Erstes fällt unser Blick auf ein elegantes Kleid, das dem Stil der Brautkleider von Herzogin Kate oder Grace Kelly ähnelte. In diesen Traum aus Seide mit Spitzenoberteil, Ärmeln, aufwendiger Knopfleiste am Rücken und einer meterlangen Schleppe darf ich schlüpfen – und bin begeistert!

Auch wenn mir ein solches Kleid zu schwer wäre, weil es mich auf meiner Hochzeit beim Tanzen hindern würde, verleiht es mir doch das versprochene magische Prinzessinnengefühl. Auch der Preis kann sich sehen lassen: ein Pronovias Barcelona-Kleid für die Hälfte des Originalpreises lässt dann doch viele Frauenherzen höher schlagen. Auch für Damaris gibt es ein Traumkleid zu probieren, schlicht gehalten und dennoch mit Wow-Effekt durch den Tüll-Rock. Wie sie darin durch den Raum tänzelt, lässt schnell erahnen, dass sie in diesem Kleid gleich noch einmal vor den Traualter treten würde.

Durch die trendige Schnürung, die eine tolle Rückenansicht bietet, passt ihr das Kleid wie angegossen und zauberte eine tolle Silhouette. Das Schöne an den Secondhand-Kleidern ist aber nicht nur der Preis – man hat auch das Gefühl, den Kleidern neues Leben einzuhauchen, denn sie sind viel zu schön, um nach der Hochzeit für den Rest ihres Lebens in einem Schrank zu hängen. Als Tipp für alle, die ihr Kleid nach der Hochzeit verkaufen möchten: Simone Schmidt gibt zu bedenken, dass Trends ja auch wieder vergehen, weshalb es sinnvoll ist, mit dem Weiterverkauf nicht zu lange zu warten.

Naudé & Secci in Konstanz

Zum Abschluss besuchen wir noch das Brautmodengeschäft Naudé & Secci in Konstanz.

Auch hier gehört einem der Anproberaum bei einem Termin ganz alleine und die Inhaberin Ina Naudé nimmt sich viel Zeit für eine individuelle Beratung.

Das Geschäft für Brautmoden am See steht für edle Marken und Stoffe und bietet eher fließende Vintage-oder Boho-Kleider, aber auch das eine oder andere Prinzessinnenmodell lässt sich finden. Mit den Vintagemodellen liegt die Auswahl voll im Trend, die Kleider mit der edlen Spitze sind derzeit und auch 2018 absolut angesagt. Das bestätigt auch Ina Naudé, die das Kleid, das ich als erstes probieren darf, auch kürzlich erst an eine Freundin verkauft hat: „Sie sah darin einfach bezaubernd aus“, erinnert sie sich an die schöne Hochzeit. Und auch ich muss gestehen, dass sich der Stoff und das Kleid einfach toll anfühlen.

Es verleiht einem ein leichtes und gleichzeitig sehr anmutiges Gefühl; es ist ein Kleid, bei dem ich mir gut vorstellen kann, mich einen ganzen Tag darin besonders zu fühlen und dennoch auch ausgiebig darin tanzen zu können. Gerade die Details machen die Kleider hier besonders, wie die aufgestickte Seidenblume auf Damaris‘ Kleid und die auslaufende Spitze am Saum des Tüllrocks. Ein weiterer Trend sind Kleider mit einem Hauch von Farbe wie ein zarter Pfirsichton, der unter dem Tüll hervorblitzt. Und auch kurze Kleider für die Sommerbraut oder das Standesamt, die passenden Schuhe oder einen Schleier finden sich hier im reichhaltigen Sortiment.

Mein persönliches Fazit

Der Mythos ist wahr! Brautkleider werden definitiv nicht überschätzt, sondern verleihen der Trägerin ein ganz besonderes Gefühl – wer mag, kann es gerne Prinzessinnengefühl nennen. Ich kann zukünftigen Bräuten nur raten, sich in professionellen Fachgeschäften beraten zu lassen und verschiedene Kleider zu probieren, denn so findet man mit Sicherheit das absolute Traumkleid. Ich habe es auf unserer Reise sogar drei Mal gefunden.

 Text & Fotos: Viviane Mewes | Damaris Heim

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