Wer heiraten will, hat zuletzt oft aus der Not eine Tugend gemacht: Nachdem in Pandemiezeiten das Feiern in Räumlichkeiten nur mit Einschränkungen möglich war, haben viele Brautpaare ihr Fest nach draußen verlegt. Out(door) ist in – angefangen bei der Hochzeit im eigenen Garten über die Trauung am See oder die Boho-Wedding auf der Wiese, am Waldrand oder im Weinberg. Kleine, feine sogenannte Micro- oder Tiny-Weddings bleiben auch 2022 beliebt. Freie Trauungen setzen sich immer mehr durch, sie werden zum Teil noch intimer, wenn Familienmitglieder oder Freunde zu Trauredner*innen werden.

Viele Brautpaare müssen mit einem schmalen Hochzeitsbudget planen. Die weiter angesagte Green Wedding kommt dem wachsenden Nachhaltigkeitsgedanken entgegen. Dazu gehört nicht nur die Ausrichtung einer Feier in der Region, zu der alle Gäste eine kurze Anfahrt haben, mit regionalen und saisonalen Gerichten. Verstärkt wird mit Blick auf kurze Wege auch auf Dienstleister aus der nahen Umgebung des Brautpaares gesetzt. Was die Deko angeht, sollte es möglichst plastikfrei sowie umweltverträglich sein und Farbe kommt ins Spiel. Eheringe gerne Vintage oder gar aus recyceltem Edelmetall und dazu passen natürlich ressourcensparende Hochzeitsoutfits.

Heiraten und damit klimatechnisch was für sein gutes Gewissen tun sowie gleichzeitig der Feier viel individuellen Touch verleihen: Kein Wunder, dass Back to Nature auch in Sachen Brautmode 2022 ein großes Thema bleibt. Nachhaltige Stoffe, transparente Lieferkette, faire Produktion: Eco ist und bleibt angesagt, ist chic und spiegelt die Lebenseinstellung der Trägerin. Die Idee, sich ein Secondhand-Brautkleid zu kaufen oder dem Familienerbstück eine zweite Chance zu geben, findet immer mehr Anhängerinnen.

Einen alles bestimmenden Trend gibt es nicht

Alles, was gefällt, darf sein! Die in 2021 gefeierten Ärmel bleiben – sind gerade auch für kühlere Events unter freiem Himmel von Vorteil. Fortgesetzt wird auch der Trend der schlichten Modelle mit fließenden Stoffen ohne viel Schnickschnack. Aufgemotzt höchstens mit auffälligen Accessoires und Schmuck wie Armspangen, Tüllschleifen oder Rückenketten. Clean Chic gilt auch bei Hosenanzügen oder Jumpsuites, die nicht nur zur standesamtlichen Trauung immer beliebter werden. Romantik vereint mit Streetfashion – cool und sportlich zugleich – ein urbaner Look für alle, die es schlichter, lässiger und kultiger wollen.

Zweiteiler funktionieren aber auch bei Bräuten, die dem Rock treu bleiben möchten und dabei vielleicht von etwas kürzer fürs Standesamt zu lang mit Spitze für die kirchliche Trauung wechseln wollen. Sie entscheiden sich für die Rock-Top-Kombi oder variabel abnehmbare Röcke mit dem Vorteil, dass diese wiederverwendbar sind und das Hochzeitskleid nach der Party nicht im Schrank verstaubt. So lässt sich zum nächsten Fest oder beim romantischen Dinner nochmal Hochzeitserinnerung „auf“tragen.

Die Brautmode 2022 bietet unterschiedliche Facetten für individuelle Bräute. Natürlich darf auch die Prinzessin weiter stolz zum Traualtar schreiten. Kitsch und Klein-Mädchentraum mit viel Pomp und zuckersüß ist für viele Bräute ein Muss und macht Spaß. Dazu gehören weiterhin glitzernder Tüll, edle Stoffe, langen Schleppen oder viel Spitze. Märchenhaft sind auch angesagte transparente Kleider mit Tropfen, Pünktchen- oder Blümchentüll. Und wer es sexy sowie raffiniert mag, findet auch das passende Traumkleid, figurbetont oder mit reizvollen Ausschnitten, denn in der neuen Brautmoden-Saison ist alles vertreten und erlaubt, was die Braut erfreut. (sg)

Beitragsbild: boho | nonimode.de