30
Mai
2017
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Andere Länder, andere Hochzeits-Sitten

Das romantische Jawort, eine rauschende Hochzeitsfeier, ein leckeres Hochzeitsmenü, das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte, der Brautstraußwurf und vieles mehr – das alles gehört zu einer typischen Hochzeit in der Bodenseeregion.

Doch wie sieht die Heirat auf internationaler Ebene aus? Eine Auswahl interessanter Sitten aus Kroatien, Schweden, Russland und vielen anderen Ländern zeigt, wie unterschiedlich die Hochzeitstraditionen sein können.

Fotos: Rainer M. Hohnhaus

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In Kroatien wird die Hochzeit zum riesigen Spektakel. Schon vor dem eigentlichen Fest trifft sich die Hochzeitsgesellschaft bei Braut und Bräutigam zu Hause, um dort schon ausgelassen zu feiern. Die Braut selbst ist hier jedoch nicht dabei – diese wird vom Bräutigam erst anschließend in ihrem Elternhaus abgeholt. Hier muss der Bräutigam seine Auserwählte vom Vater freikaufen. Nach der Trauung wird in einem Restaurant oder Hotel mit Live-Musik, dem traditionellen Kreistanz „Kolo“ sowie reichlich kroatischem Schnaps ausgelassen gefeiert.

Hochzeitsfotografie

Foto: Rainer M. Hohnhaus

 

In Schweden hingegen sind es vor allem Trinksprüche, die traditionell zu jeder Hochzeit gehören. Im Vorfeld der Hochzeit wird ein Zeremonienmeister gewählt, dessen Aufgabe es ist, die zahlreichen spontanen Trinksprüche von Familie und Freunden zu koordinieren. Der Kopfschmuck der Braut ist ebenfalls sehr traditionsgebunden. Ganz nach nordischer Tradition trägt Braut hier einen Blumenkranz. Der Blumenstrauß, den Braut und Brautjungfern tragen, besteht traditionell aus Gräsern, die einen sehr aufdringlichen Geruch haben, um Trolle abzuwehren. Ist der Bräutigam gutaussehend, muss die Braut den Raum verlassen und jeder weibliche Gast hat das Recht, ihn zu küssen. Erst wenn die Braut zurück ist, gehört er wieder ganz ihr.

In  Russland rückt der Hochzeitsmoderator und Unterhaltungskünstler immer mehr in den Vordergrund. Eine moderne russische Hochzeit ist ohne den sogenannten „Tamada“ kaum mehr vorstellbar. Er hat die Aufgabe, die Gesellschaft während der Feier zu unterhalten. Bevor das Brautpaar nach der Trauung in den Festsaal tritt, muss es Brot und Salz essen. Derjenige, der das größere Brotstück abbeißt, hat in der Ehe die Hosen an. Immer wiederkehrende „Gorka“-Rufe während der Feier sind eine weitere wichtige Sitte auf russischen Hochzeiten. „Gorka“ bedeutet „bitter“ und der Ruf des Wortes fordert das frischvermählte Paar auf, sich zu küssen. Der Brautschuhklau durch Zigeuner und der anschließende Rückkauf sind ebenso traditionell. Alle Gäste beteiligen sich hier, damit die Braut den Schuh zurück bekommt und weiter tanzen kann.

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Foto: Rainer M. Hohnhaus

 

Weitere Hochzeitsbräuche rund um den Globus:

union-jack-heart-flagEngland: Something old, new, borrowed, blue and a sixpence in your shoes. Fünf Gegenstände benötigt die englische Braut bei ihrer Hochzeit: etwas Altes, Neues, Geborgtes, Blaues und einen Glücksbringer – so will es ein alter Brauch. Das Alte und das Neue symbolisieren den Übergang in ein neues Leben, das Geliehene soll dem Paar Glück bringen, die Farbe Blau steht für Treue zwischen den Liebenden und der Glückstaler für Wohlstand. Mittlerweile erfreut sich dieser Brauch auch in Deutschland immer stärkerer Beliebtheit.

Italien: Brot und Wein. Zur Hochzeit werden den Brautleuten in Italien Brot und Wein gereicht. Dieser Brauch soll den Liebenden Gesundheit und Wohlstand bescheren.

Rumänien: Zankende Schwiegermütter. In Rumänien verspritzt die Braut nach der Trauung Rosenwasser auf der Schwelle ihres neuen Heims und es werden Salz und Weizenkörner in alle Himmelsrichtungen geworfen. Ein weiterer Brauch ist das rituelle „Streitgespräch“ der Schwiegermütter: Auf der Hochzeitsfeier zanken sich diese scherzhaft, um zukünftige Konflikte im Vorfeld abzuwehren.

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USA: Bridal Shower. Einen Monat vor der Hochzeit organisiert die amerikanische Braut die sogenannte „Bridal Shower“ (wörtl: bräutliche Dusche), eine Feier, zu der ausschließlich weibliche Gäste geladen sind. Die Braut wird an diesem Tag mit zahlreichen nützlichen Geschenken für den Haushalt überschüttet – sie bekommt praktisch eine richtige „Geschenke-Dusche“.

Frankreich: Strumpfband Auktion. In Frankreich gibt es einen traditionellen Hochzeitsbrauch, der vor allem von den männlichen Gästen immer sehnsüchtig erwartet wird: Die Braut stellt sich auf der Hochzeitsfeier in die Mitte des Raumes und beginnt zu tanzen. Stück für Stück schiebt sie, unter dem Gejohle der Gäste, ihr Kleid langsam nach oben. Die Freizügigkeit der Braut hat aber seinen Preis. Für jeden Zentimeter, den das Kleid nach oben wandert, müssen die männlichen Gäste Geld bieten. Sobald das Strumpfband der Braut zu sehen ist, ist Schluss. Derjenige, der am meisten geboten hat, bekommt das Strumpfband schließlich geschenkt.

Spanien: 13 Münzen. Bevor sich das Brautpaar in der Kirche das Ja-Wort gibt, schenkt der Bräutigam der Braut 13 Münzen in einem kleinen Säckchen. Die Münzen symbolisieren das Versprechen des Bräutigams seine Ehefrau in spe zu unterstützen.

Thailand: Der Rat der Sterne. In Thailand ist es Brauch, im Vorfeld der Hochzeitsplanungen Astrologen aufzusuchen. Diese sollen die Sterne nach den Zukunftsaussichten des Paares befragen und herausfinden, wann der beste Zeitpunkt für die Heirat ist.

Japan: Klatschen für den Göttersegen. In Japan ist es üblich, dass das Brautpaar nach dem Hochzeitsschwur Immergrün auf den Altar legt. Die Pflanze symbolisiert die Ewigkeit und die ewige Liebe. Danach verbeugt sich das Paar und klatscht in die Hände, um die Aufmerksamkeit der Götter auf sich zu lenken.

Brasilien: Feuchtfröhliches Geschenke-Raten. Bevor Frau in Brasilien „Ja“ sagt, wird kräftig gefeiert. Ein feuchtfröhlicher Junggesellinen-Abend hat hier Tradition. An diesen Abenden fließt der Schnaps – zumindest wenn die Braut wenig Fantasie beweist: jede geladene Frau bringt der Braut ein gut verpacktes Geschenkt mit. Errät sie, was sich darin verbirgt, darf sie sich einfach über den Inhalt freuen und das nächste Paket auspacken. Trifft sie allerdings dreimal nicht ins Schwarze, muss sie für jedes falsch erratene Geschenk ein Kleidungsstück ausziehen und einen Schluck Schnaps trinken.

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China: Feuerwerk der Liebe. Fast jede chinesische Hochzeit wird mit einem großen Feuerwerk untermalt. In manchen Fällen werden sogar mehrere Monatsgehälter in das Lichtspektakel investiert. Eine Hochzeit in China ist insgesamt sehr laut. Bereits am frühen Morgen kündigt sich der Bräutigam samt Freundeskreis durch Knallfrösche vor dem Haus der Brauteltern an. Um Einlass zu erhalten und seine Braut sehen zu dürfen, muss er allerdings mehrere Prüfungen, wie beispielsweise Quizfragen, bestehen.

 

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